Eine neue Therapie, Daraxonrasib, könnte die Behandlung von metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer der tödlichsten Krebsarten, revolutionieren. Das auf der Jahrestagung des American College of Oncology vorgestellte, einmal täglich oral einzunehmende Medikament verdoppelt die durchschnittliche Überlebenszeit von Patienten, die bereits mit Chemotherapie behandelt wurden: von 6,7 Monaten auf 13,2 Monate.
Dieser Fortschritt ist bedeutend für eine Erkrankung, bei der mehr als 90 % der Tumoren eine Mutation im KRAS-Gen aufweisen, das lange als nicht angreifbar galt. Bislang gab es keine wirksame Therapie nach dem Versagen der ersten Chemotherapie, deren Wirksamkeit in der Regel nach sechs Monaten nachlässt.
Daraxonrasib verursacht weniger schwere Nebenwirkungen als die Chemotherapie, kann aber Hautausschläge, Übelkeit oder Durchfall hervorrufen. Es heilt die Krankheit nicht, verlangsamt aber ihr Fortschreiten und verbessert die Lebensqualität. Resistenzen treten jedoch durchschnittlich nach 7,3 Monaten auf, was Forscher dazu veranlasst, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Es werden verschiedene Ansätze verfolgt: Testung des Medikaments direkt nach der Diagnose, noch vor der Chemotherapie; Kombination mit anderen KRAS-Inhibitoren; Erforschung der Resistenzmechanismen zur Entwicklung zukünftiger Therapien.
Die Behandlung ist in Frankreich noch nicht verfügbar; eine Zulassung ist für 2027 geplant. In den USA ist sie bereits erhältlich, kostet aber rund 30.000 US-Dollar pro Monat.
Neben Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte Daraxonrasib auch bei anderen Krebsarten mit ähnlichen Mutationen wirksam sein, darunter 30 % der Lungenkrebsfälle und 40 % der Darmkrebsfälle. Studien zu diesen Indikationen sowie zu Gallengangskrebs laufen bereits. Onkologen gehen davon aus, dass dieses Molekül in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen wird.
Frank Verain
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